Orchideen gießen

Über das Gießen von Orchideen wird viel Mist erzählt, wie zum Beispiel das 1 Schnapsglas voll Wasser pro Woche ausreichend wäre. Für ein großes Exemplar kann das zuwenig und für ein kleines zuviel sein. Wichtig ist es, das gilt auch für die Kultur von anderen Pflanzen, die Bedürfnisse der jweiligen Art zu kennen.

Wann, wie häufig und in welcher Menge gegossen werden muss, richtet sich nach

  • den individuellen Bedürfnissen der jeweiligen Art,
  • der Größe der Pflanze im Verhältnis zum Topf,
  • der Temperatur und Jahreszeit,
  • sowie der Art der Kultur, zum Beispiel aufgebunden oder getopft.

Im Sommer, wenn sich Pflanzen im Wachstum befinden und es warm ist, steigt auch ihr Wasserbedarf. Zudem trocknet das Substrat während dieser Zeit schneller aus.

Terrestrische Orchideen (in der Erde) stellen andere Bedürfnisse als die Epiphyten (Aufsitzerpflanzen), die im natürlichen Lebensraum ihren Flüssigkeitsbedarf durch Tau und Regen decken.

Nachfolgend möchte ich 3 Gießmethoden vorstellen.

Durchdringend gießen

Viele Orchideen können durchdringend gegossen werden. Man gießt, bis das Wasser in den Untersetzer läuft. Damit das Substrat möglichst viel davon aufnehmen kann, wird es dort für 10 bis 20 Minuten belassen.

So gieße ich, während sich die Pflanzen im Wachstum befinden, Blühen oder neue Triebe bilden. Für den kühlen Winterstandort oder Orchideen in einer Ruhephase, eignet sich diese Methode nicht – außer es handelt sich um sumpfig wachsende Arten.

Tauchen

Gerne wird empfohlen, Orchideen zu tauchen. Dabei hält man den Topf solange unter Wasser, bis sich das Substrat damit vollgesogen hat. Das klingt sehr professionell, ist aber meines Erachtens Beschäftigungstherapie. Das durchdringende Gießen hat den selben Effekt.

Sprühen

Besprüht werden Pflanzen zumeist, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, was mit dieser Methode aber nicht dauerhaft zu erreichen ist. Sie hat aber einen schönen Nebeneffekt, denn sie versorgt unsere Pfleglinge täglich mit etwas Wasser, falls das Substrat mal etwas trockener gerät.

Das Sprühen eignet sich vor allem für die epiphytischen Arten, die viele über den Topf hinauswachsende Luftwurzeln bilden oder aufgebunden kultiviert werden. Die Minis in den kleinen Töpfen lassen sich so sehr gut gießen. Oder Orchideen, die sich in der Ruhephase befinden, aber nicht ganz austrocknen sollen.

Gesprüht wird am besten morgens, sodass das Wasser den Tag über verdunsten kann.

Das richtige Wasser

Orchideen mussten sich an verschiedene Lebensräume anpassen. Wachsen sie zum Beispiel epiphytisch, decken sie ihren Flüssigkeitsbedarf über den Regen oder Tau. Diese Arten können empfindlich auf zu kalkhaltiges Wasser reagieren. Das ihnen dieses Wasser schlecht bekommt, zeigen sie oft erst nach Wochen oder Monaten.

Mit dem Sammeln von Regenwasser müssen sie aber nicht beginnen. Leitungswasser lässt sich gut mit einem handelsüblichen Wasserfilter entmineralisieren. Wie oft gefiltert werden muss, ist abhängig vom Härtegrad. Je länger die Patrone im Einsatz ist, desto geringer wird die Filterleistung.

Die populären Hybriden, also Sorten, die in Bau- und Supermärkten angeboten wird, vertragen dieses Wasser nach meinen Beobachtungen sehr gut.

Ein Kommentar
  • […] Ich verwende dafür mein Orchideenwasser aus dem Wasserfilter. […]

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